Podcast2go - EU History - Anita Ziegerhofer (Teil 2)

Shownotes

Wie schon in Teil 1 der 4. Staffel ist Oliver Zeisberger wieder zu Gast bei der Rechtshistorikerin Dr.in Anita Ziegerhofer von der KFU Graz. Diesmal beschäftigen sie sich mit der Rolle Österreichs, dem Beitrittsgedanken von 1989 und der Entwicklung als Mitglied der EU. Schon in den 1920er Jahren, kurz nach dem 1. Weltkrieg, gab es einen Versuch, den Europäischen Staatenbund zu gründen als Friedensprojekt, leider ist es diesem paneuropäischen Gedanken damals nicht gelungen, den 2. Weltkrieg zu verhindern. Was heißt PANEUROPA überhaupt, was stand dahinter und was ist aus dieser Bewegung geworden? Wir erfahren spannende Fakten vom Gründer über Mitstreiter bis hin zum Emblem. Was änderte sich mit der Machtergreifung Hitlers? Was passiert überhaupt mit den Demokratien in der Zwischenkriegszeit? Was waren dafür die Hintergründe und Auslöser?

Was versteht man unter „annus mirabilis“ als welches 1989 bezeichnet wird? 1989 hat Österreich dann den Antrag zur Mitgliedschaft gestellt, warum hat das bis zum tatsächlichen Beitritt 5 Jahre gedauert? Ziegerhofer führt hier sehr spannend und lebendig aus. Wie war vorher die politische Situation in Europa, zb in Spanien, Portugal usw. Was wurde alles von der Gemeinschaft bewertet den Beitritt betreffend? Wie war das mit der Neutralität Österreichs? Warum musste Österreich vorher dem EWR beitreten? Wie war das mit der Einarbeitung des europäischen Rechts in das bestehende österreichische Rechtssystem? Was hat es mit der Volksbefragung vom 12. Juni 1994 auf sich und was war an der Fragestellung so speziell? Was hat es mit dem sogenannten „Protokoll Nr. 10 (Austriazismen)“ auf sich? Und warum dürfen unter anderem die Eierschwammerln in Österreich immer noch so heißen? Was hat sich in diesen Jahren in der Steiermark getan im Zusammenhang mit der EU? Die Steiermark war nach dem 2. Weltkrieg wirtschaftlich gesehen eine eher unterentwickelte Region. Der Aufschwung begann dann erst Ende der 1980er/Anfang der 1990er Jahre, als die Steiermark „vom Ackergaul zum Rennpferd“ geworden ist. Damit hat sie die Chance ergriffen, von einer wirtschaftlichen Randzone in den Mittelpunkt der EU zu rücken, vor allem nach der 2004 eingeleiteten großen Osterweiterung zB. mit dem Beitritt von Slowenien, Ungarn, Kroatien, die die Steiermark auch geografisch gesehen ins Zentrum gerückt hat. Wie wichtig war das für die Steiermark, dieser EU beigetreten zu sein? Wie stehen wir im Bereich F&E da? Wie steht es mit Fördermitteln, wer ist hier besonders aktiv und innovativ? Welche Bedeutung hat der Koralmtunnel für die Steiermark und für ihre Stellung in Europa?

Fazit: Was ist aus der Ursprungsidee FRIEDENSSTIFTUNG geworden? Wird dem mit der Friedensnobelpreisverleihung an die EU im Jahr 2012 Rechnung getragen? Die EU als friedenserhaltende gesamteuropäische Gemeinschaft ermöglichte die bisher längste Friedensperiode auf dem europäischen Kontinent (ausgenommen die Jugoslawien-Krise ab 1991), das bekommt besonders im Angesicht des Ukraine-Krieges wieder eine besondere Bedeutung. Die EU stellt Waren- und Kapitalfreiheit, Personenfreiheit, Reisefreiheit, Niederlassungsfreiheit sicher, ohne die vieles, was uns heute so selbstverständlich scheint, schlichtweg unmöglich wäre. Ziegerhofer gibt am Ende noch einen Ausblick auf was im Bezug auf noch mehr Integration noch zu tun wäre.

Hier der Link zum Buch "Vom Rand ins Zentrum Europas" von Anita Ziegerhofer, erschienen im Leykamverlag

https://www.leykamverlag.at/produkt/vom-rand-ins-zentrum-europas/#description

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